Spybaiting beim Troutstalking

1

Ein paar Spybaits

Die Rede ist hierbei natürlich von Spinbaits. Den Anfang des Hypes ums Spybaiting machte die Firma Duo mit den Perakko aus der Tetraworks Serie und den Spinbaits. Letztere gibt’s mittlerweile in 3 Versionen. Eine in 60mm Länge, eine in 80mm und eine 80mm Version mit fixierten Kugeln damit man ihn noch besser werfen kann, gerade von Vorteil bei Baitcatsern da es keine ruckartige Beschleunigung gibt wenn die Kugel im Körper nach hinten rutsch. Warum auch immer. Ich finde die Dinger fliegen eh wie ein Geschoss. Einige meiner Freunde und Mitangler fischen mit den 80er Spinbaits in Saar und Mosel auf Rapfen, Barsche und Zander. Dabei nutzen sie die komplette Wassersäule aus. Das heißt sie nutzen ihn z.B. wie ein Jig. Lassen ihn fast bis zum Grund absinken und Jiggen ihn dann ein. Dabei sind einige Zander schon Opfer geworden. Aber darum soll es hier nun nicht gehen denn ich bin mit ihnen bisher am Bach unterwegs. Warum? Ganz einfach, im Moment macht es mir mehr Spaß denn die Fische in der Saar sind momentan eher im Energiesparmodus und halten absolut nichts von Hard- und Softbaits. Da sind die Salmoniden williger und man kann auch einige Überraschungen erleben wie ihr nachher noch zu lesen bekommt.

 

Zuerst hier mal einige Randdaten zu den einzelnen Baits.

 

Spinbait 80:

Länge: 80.00 mm Gewicht:  9.40 g Typ: Sinking Tauchtiefe: variabel

Spinbait 80 Gfix:

Länge: 80.00 mm Gewicht:  10.50 g Typ: Sinking Tauchtiefe: variabel

Spinbait 60:

Länge: 60.00 mm Gewicht:  4.50 g Typ: Sinking Tauchtiefe: variabel

Perakko:

Länge: 48.00 mm Gewicht:  4.60 g Typ: Sinking Tauchtiefe: variabel

 

Von der Führung bis zum Haken es muss passen.

Ihr lest, alsDSC03412o alles recht übersichtlich und einfach gehalten. Natürlich gibt’s noch viele verschiedene Farben von natürlich bis freaky bunt ist alles dabei. Eins haben sie aber alle gemeinsam. Propeller, sehr gute Flugeigenschaften und sie fangen Fische.

 

Wie führ ich die denn nun. Sascha hat es auch schon probiert auf Forellen aber er meint er hat nur Fehlbisse. Er hat allerdings auch auf Einzelhaken umgerüstet. Hatte ich auch und das gleiche Spiel bei mir. Nun hab ich mir die Widerhaken an den Drillingen weggefeilt. Andrücken war mir zu einfach haha. Seitdem klappt es auch mit den Fischen. Der Spinbait80 wird aber erst im Herbst am Bach gefischt. Momentan ist einfach zu viel Kleinfisch im Wasser und zu große Köder werden nicht genommen. Also Perakko und Spinbait 60 in die Box. Wenn ich Köder testen will habe ich sonst nichts im Gepäck um auch nicht in Versuchung zu kommen was anderes zu fischen. Also 1x Perakko und 2x Spinbait 60, Kescher, Kombo, Wathose und ab ans Wasser. Das ist minimalistisches Fischen. Eigentlich braucht man auch nicht mehr.

Meine Spots sind Bachtypisch. Ausspülungen hinter Rauschen. Kleine und große Pools, Stromschnellen, also nichts Weltbewegendes. Die DSC03467einzige Herausforderung im Moment ist die Tatsache dass es dieses Jahr zu trocken war und der Wasserstand verschwindend gering ist. Pools die normalerweise um die 90cm – 110cm sind, sind jetzt kaum noch 40cm tief. Darin liegt nun die Schwierigkeit. Viele kleine Forellen können in den flachen Bereichen stehen und die großen verziehen sich an die tiefsten Spots. Letztere gibt’s aber kaum noch. Probieren tue ichs natürlich trotzdem. Auf die Gefahr hin die Baits zu Schreddern, was aber bisher noch nicht geschehen ist fische ich auch die flachen Ein- und Ausläufe mit ihnen aus. Das hinterlässt lediglich Kratzer. Dat nehm ich aber gerne in Kauf. Die ersten Würfe bleiben aber unbemerkt von irgend nem Fisch. Ich versuche ihn seitlich unter den einzigen überhängenden Busch zu bekommen. Der erst erste Versuch geht daneben, aber der zweite sitzt perfekt. Ich brauch nur eine halbe Umdrehung und zack schnapp sich eine kleine Trutte den Bait. Ich hatte schon fast Mitleid mit ihr. Wenn das ein Biss aus Hunger war, war sie vom Größenwahn getrieben. Schnell gelöst und ab zurück ins Wasser. Dies gilt für beides. Bait und Forellchen. Ab mit dem Bait rechtsseitig des Einlaufs und keine 2m nach dem Einschlag schnappt sich ein für diesen Bach doch recht kapitaler Dickkopf nach dem kleinen Freund mit den Propellerchen. Er steht noch voll im Laichausschlag und das im Juni… Sind ziemlich spät an in diesem Jahr. Ich hab’s noch einige Male probiert aber es biss nichts mehr. Ich ging zurück zum Auto und bin an den flachen Abschnitt der Strecke gefahren.

DSC03497

Der Abschnitt ist eigentlich immer gut für eine schöne Forelle aber mich hat der Anblick leicht geschockt. Was eine ca. 100m lange Strecke mit einigen Steinen und Pools ist, ist nur ein Rinnsal mit 3 Pool und 1 Pool hinter einer Rausche, die sonst normal nicht dort ist. Aber auch dort sollten mir die Forellen die Bude einrennen. Von 15cm bis 25cm war alles dabei. Insgesamt 4 Fische in einem Loch. Das Ergebnis konnte sich also sehen lassen wie ich finde. Ich beschloss aber dann dieses Loch in Ruhe zu lassen. Es lagen ja noch zwei weitere Spots auf der Strecke. Aber soweit sollte es gar nicht mehr kommen. Ich hab im Durchwaten eines relativ flachen Bereichs etwas aufblitzen sehen. Zuerst dachte ich mir es wäre ne schöne Nase und hab sie überworfen. Dann kam aber der große Knall. Nein. Es ging nichts kaputt. Es ging ein Schlag durch die Rute und der Fisch hing. Er legte einen Spurt quer durch den Steinwald hin und am Ende kam der erste Sprung. Okay, ne Nase die springt hatte ich noch nicht. Das Tauziehen am leichten Gerät zog sich schon einige Minuten und ich bekam langsam die Überhand. Je näher ich den Fisch bekam, desto mehr fragte ich mich was es wirklich war. Dann zwei Meter vor DSC03503meinen Füßen kam ein letzter Sprung und ich sah ihn zum ersten Mal von Nahem… Nix Nase was sich da den Spinbait geschnappt hat. Ne schöne dicke Äsche war es. Mir ging der Arsch auf Grundeis, denn Schonhaken waren drauf und ich mach drei Kreuze als ich sie in den Kescher buxierte. Kaum in den Maschen fiel der Köder auch schon ab. Mein Puls war mindestens 140 und der Adrenalinspiegel extrem hoch. Ich habe im letzten Jahr schon eine Äsche in diesem Bach gefangen aber das hier war sogar mein Neuer PB… Das Maßband zeigte mir knapp über 42cm. Voller Stolz hab ich sie mir noch angeschaut als ich sie aus dem Kescher zurück in ihren Lebensraum gelassen habe. Ich finde es schon gut dass unser Verein jeglichen gezielten Fang und Entnahme von Äschen auf der gesamten Flussstrecke mit anderen Vereinen gemeinsam verboten hat. Vielleicht werden sich die Bestände wieder erholen die die schwarze Pest angerichtet hat.

Nach dem Erlebnis hab ich aber meine Sachen auch gepackt. Die Konzentration war weg und alle Gedanken blieben auf dem Silberbarren mit der bunten Fahne. Absolutes Erlebnis denn die kleinen haben richtig Kraft. Gar nicht zu vergleichen mit Forellen. Der Spinbait 60 und Perakko sind nun die Geheimwaffe die so schnell nicht mehr aus meiner Box verschwinden werden.

Über den Autor

Ich bin Andi, Saarländer seit 33 Jahren, und immer auf der Suche nach der neuen Herausforderung

1 Kommentar bei"Spybaiting beim Troutstalking"

  1. Dennis

    Schönes Ding! Ich habe letztes Jahr auch verstärkt mit dem Spybaiting begonnen und war doch recht erfolgreich. Ich benutze dabei dieses Modell: http://www.lurenatic.de/wobbler/spybaits/hmkl-k-i-mac-65es.html

    Wichtig ist einfach, wie du ja auch schreibst, dass man ab und zu auch einfach mal etwas riskieren muss ohne Angst um den Bait zu haben. Ein am Baggersee direkt am Bagger gefeuerter Spy Bait kann so manche Überraschung mit sich bringen, wenn man sich traut den Köder auch immer wieder mal direkt bis runter zum Kies sinken zu lassen. Habe so neben echt guten Barschen meinen dicksten Zander in 2014 gefangen.

Hinterlasst doch ein Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere